Du hast schon immer davon geträumt, ein Teehaus zu eröffnen?
Vielleicht bist du leidenschaftlicher Teeliebhaber, möchtest diese Liebe mit anderen teilen oder suchst nach einer Tätigkeit, die zugleich kreativ und rentabel ist.
In diesem Artikel gehen wir gemeinsam alle wichtigen Schritte durch, damit dein Vorhaben gelingt, ganz ohne Stress (oder fast)! 🚀
Inhaltsverzeichnis
ToggleWarum brauchst du ein einzigartiges Konzept für dein Teehaus?
Das ist die erste Falle, die du vermeiden solltest: einen Tisch und ein paar Stühle hinstellen und warten, dass die Leute von selbst kommen.
Das wird nicht reichen.
Dein Teehaus muss sie in eine Welt eintauchen lassen, in der sie abschalten und auf Reisen gehen. Das ist der Schlüssel zum Erfolg, den du immer im Kopf behalten solltest: Du musst sie aus ihrem Alltag holen.
Anders gesagt: Deine Gäste wollen nicht einfach nur einen Tee trinken. Sie suchen ein Erlebnis.
Wie schaffst du es also, dass dein Teehaus aus der Masse heraussticht?
Ein klares Konzept ist dein erster Schlüssel.
Stell dir dein Teehaus als einen Ort vor, der eine Geschichte erzählt.
Möchtest du deine Gäste mit Matcha-Tees und Wagashi in eine kleine japanische Ecke entführen? Oder magst du es lieber gemütlich, mit Büchern überall, damit deine Gäste stundenlang bleiben wollen?
Authentizität ist entscheidend. Versuch nicht, zu kopieren, was es schon gibt. Denk an das, was dich wirklich begeistert, aber auch bei einem Teil der Kundschaft Anklang finden könnte.
Wenn du zum Beispiel seltene Tees liebst, könnte sich dein Konzept um eine hochspezialisierte Karte drehen, auf der jeder Tee wie ein Kunstwerk präsentiert wird.
Beispiele für Konzepte, die richtig gut ankommen:
- Ein Bio-Teehaus mit veganem Gebäck (vor allem in Großstädten),
- Ein Vintage-Ambiente mit Geschirr vom Flohmarkt,
- Ein Ort mit mehreren Nutzungen: tagsüber Teehaus, abends Yogakurs.
Keine Sorge: Originell heißt nicht weltweit einzigartig. Es heißt vor allem anders als das, was die Konkurrenz in deiner Gegend schon macht. Lass dich ruhig von Konzepten inspirieren, die in anderen Städten, Regionen oder Ländern funktionieren.
Ziel ist, dass sich die Leute an dein Teehaus erinnern. Und ein durchdachtes Konzept ist schon die halbe Miete.
Wie wählst du den perfekten Standort?
Die Wahl der Räumlichkeiten kann über Erfolg oder Misserfolg deines Unternehmens entscheiden. Hier die wichtigsten Kriterien, damit du nicht danebenliegst:
- Sichtbarkeit: Dein Teehaus muss leicht zu finden sein. Fußgängerzonen, belebte Innenstädte oder angesagte Viertel sind ideal.
- Laufkundschaft: Frag dich: Wer geht hier vorbei? Studierende? Familien? Berufstätige? Touristen? Du kannst nicht für alle diese Gruppen gleichzeitig relevant sein. Wenn du deine Zielgruppe kennst, findest du leichter den passenden Ort.
- Konkurrenz: Schau, ob es in der Nähe andere Teehäuser gibt. Zu viel Konkurrenz ist riskant. Zu wenig kann ein Zeichen für fehlende Nachfrage in der Gegend sein.
- Erreichbarkeit: Ist dein Teehaus gut zu erreichen? Denk an Parkplätze, öffentliche Verkehrsmittel oder auch Fahrräder.
Ein Tipp: Verbring einen ganzen Tag im Viertel, beobachte, wer sich dort aufhält, und sprich mit den Geschäftsleuten vor Ort.
Die finanziellen Ziele deines Unternehmens festlegen
Jetzt kommen die Zahlen! Nicht der spaßigste Teil, okay. Aber extrem wichtig, wenn dein Unternehmen Bestand haben soll. Und wenn du einen Bankkredit brauchst, kommst du ohnehin irgendwann nicht um einen Businessplan und eine „Plan-Gewinn-und-Verlustrechnung“ herum.
Wir gehen in 2 Schritten vor:
1. Berechne den Umsatz
Hier eine einfache Formel.
So berechnest du den Umsatz:
Durchschnittlicher Preis pro Gast × Anzahl Gäste pro Tag × Öffnungstage pro Monat = dein Monatsumsatz.
Und jetzt höre ich dich schon fragen: „Aber woher soll ich den durchschnittlichen Preis pro Gast kennen?“
Auch wenn du niemanden aus der Branche kennst, kannst du ihn schätzen. Verbring 2 Stunden in einem Teehaus der Konkurrenz, beobachte die Gäste und notiere, was sie bestellen. So bekommst du einen durchschnittlichen Bon pro Person.
Am Ende landest du wahrscheinlich zwischen 15 und 25 € pro Person.
Genauso machst du es mit der Anzahl der Gäste pro Tag. Entweder du übst dich in Geduld und zählst, wie viele Gäste sich an einem Tag hinsetzen (viel Glück!), oder du plauderst ein bisschen mit der Bedienung. Irgendwann wirfst du ein: „Ihr habt ja nie Pause, hier ist es ständig voll. Ihr macht bestimmt mindestens 120 Gäste am Tag.“ Und mit einer Wahrscheinlichkeit von 3 zu 4 korrigiert sie dich und nennt dir die magische Zahl …
2. Berechne danach deine Kosten
Auch das in 2 Schritten.
Fang mit den variablen Kosten an
Der Kräutertee ist ein variabler Kostenpunkt, denn er wird nur verbraucht, wenn der Gast ihn bestellt. Dasselbe gilt für das Gebäck.
Beispiel: Ein Gast bestellt einen Matcha Latte für 6,50 € und dazu ein Gebäck für 8,90 €. Also 15,40 € inkl. MwSt.
- 0,30 € Matcha
- 0,20 € Milch und Zucker
- 2,30 € Gebäck
Macht 2,80 € variable Kosten.
Und schon weißt du, wie du die variablen Kosten für diesen Gast berechnest! Jetzt musst du es nur noch für alle deine Verkäufe machen 😅! Keine Sorge, so kompliziert ist das eigentlich nicht. Du wirst schnell merken, dass pro Produktkategorie oft die gleichen Margen gelten.
Dann sind die Fixkosten dran
Hier kommt die klassische Liste dessen, was du zahlen musst, weil es das Teehaus gibt, unabhängig davon, ob du etwas verkaufst oder nicht:
- Miete,
- Nebenkosten (Wasser, Gas, Strom …),
- Gehälter,
- Versicherungen,
- Steuerbüro,
- Bankgebühren,
- Dein Marketing: Website, Fotos, Design …
Dazu kommen Investitionen, die du jedes Jahr abschreiben musst:
- Geschirr,
- Küchenausstattung,
- Mobiliar …
Für eine kurze Erklärung, was Abschreibung ist, gebe ich ein Beispiel für ein Teegeschäft.
Beschränk dich nicht auf die großen Posten wie Miete oder Rohstoffe. Denk auch an:
- Kleinkram (Servietten usw.),
- Fahrtkosten …
Am Ende musst du diese zwei Fragen beantworten können:
- Ab wann wird dein Teehaus Gewinn machen?
- Wie lange kannst du durchhalten, wenn dein Teehaus länger als geplant braucht, um in Schwung zu kommen?
Tipp: Wenn du deine Finanzen absichern willst, plane immer einen Puffer von 20 % auf dein Anfangsbudget ein. Vor Überraschungen ist man nie sicher …
Gebäck selbst backen oder nicht?
Das ist für 90 % der Teehäuser ein großes Fragezeichen. Für mich gibt es keine richtige Antwort.
Schauen wir uns also beide Optionen an:
Wenn du selbst backst:
Vorteile:
- Du hast alles im Griff (Qualität, Geschmack, Originalität, Optik).
- Die meisten machen es nicht. Also perfekt, um sich abzuheben.
- Du hast ein anderes Image: Hausgemachtes sieht man, kann man kommunizieren, und dafür zahlen die Gäste mehr.
Nachteile:
- Es kostet Zeit (viel) und mehr Platz für die Produktion.
- Zusätzliche Investitionen (Backstube).
- Du brauchst jemanden mit echten Konditorkenntnissen.
Wenn du mit einem Lieferanten arbeitest:
Vorteile:
- Du sparst viel Zeit.
- Du musst keine Backstube führen.
Nachteile:
- Es ist manchmal teurer.
- Weniger Flexibilität bei den Rezepten.
- Du verlierst das Image des Hausgemachten.
Kurz gesagt hängt deine Entscheidung ab von:
- Deiner Erfahrung und der deines Teams (gibt es einen Konditor im Raum?).
- Deinem Konzept (ist dein Teehaus eher im Premiumsegment positioniert?).
- Deiner Kundschaft und deinem Markt (hausgemachtes Gebäck hat seinen Preis. Ist deine Kundschaft bereit, höhere Preise zu zahlen?).
Wenn du jede Frage mit „Ja“ beantwortest, spricht einiges dafür, selbst zu backen.
Brauchst du einen Abschluss, um in Frankreich ein Teehaus zu eröffnen?
Diese Frage stellen sich viele vor dem Start. Die Antwort hängt davon ab, was du in deinem Geschäft verkaufen willst.
Wenn du nur Tee (und fertige Produkte) anbietest
Für ein Projekt, das sich auf den Verkauf von Getränken und von einem Lieferanten fertig zubereitetem Gebäck beschränkt, ist kein Abschluss erforderlich.
Wenn du hausgemachtes Gebäck oder Gerichte anbietest
Wenn du Gebäck, Gerichte oder andere kulinarische Kreationen selbst vor Ort zubereiten willst, kann ein Abschluss erforderlich sein.
Der CAP Pâtisserie (französischer Berufsabschluss als Konditor) wird dringend empfohlen, wenn du das Gebäck selbst herstellen willst. Allerdings musst nicht unbedingt du selbst den Abschluss haben. Es kann auch einer deiner Angestellten sein.
Aber ist der Abschluss wirklich Pflicht? Darauf habe ich bis heute keine endgültige Antwort. Leider hängt es davon ab, wen du fragst (selbst bei der Handwerkskammer). Warum? Weil ein Teehaus stricto sensu keine Konditorei ist.
Für eine Konditorei ist ein Konditorabschluss Pflicht. Bei einem Teehaus scheint es einen Interpretationsspielraum zu geben.
Aber wenn du meine Meinung hören willst: Konditor ist man nicht aus dem Stegreif. Selbst wenn es keine Pflicht wäre, sehe ich es als Muss für jedes Teehaus, das sein eigenes Gebäck herstellen will.
Ist eine Lebensmittelhygiene-Schulung für ein Teehaus in Frankreich Pflicht?
In Frankreich musst du vor der Eröffnung deines Teehauses eine HACCP-Schulung zur Lebensmittelhygiene absolvieren. Sie dauert in der Regel 2 Tage.
Mindestens eine Person deines Betriebs, die an der Zubereitung der Speisen beteiligt ist, muss teilnehmen.
So verstehst du die geltenden Hygienenormen und -regeln und kannst sie anwenden. Sie ist allerdings freiwillig, wenn du mindestens 3 Jahre Berufserfahrung im Lebensmittelbereich nachweisen kannst.
Die Schulungspflicht gilt unabhängig davon, ob du das Gebäck selbst herstellst oder bei einem Lieferanten kaufst.
Wenn du Alkohol ausschenken willst (zum Beispiel Tee-Cocktails)
In diesem Fall brauchst du eine spezielle Lizenz:
- Kleine Gastronomielizenz (Licence III): Damit darfst du alkoholische Getränke der Kategorie III (wie Bier oder Wein) nur in Verbindung mit Speisen ausschenken.
- Große Gastronomielizenz (Licence IV): Wenn du stärkeren Alkohol wie Spirituosen ausschenken willst. Für diese Lizenz musst du eine Pflichtschulung zu den Vorschriften für alkoholische Getränke absolvieren.
Der Umfang deiner Teekarte
Ein weiterer entscheidender Punkt: Wie viele Tees willst du anbieten?
Zu wenige sind riskant. Du könntest Teeliebhaber enttäuschen, die Abwechslung suchen.
Zu viele überfordern. Die Gäste verlieren den Überblick, und du hast mehr Mühe mit der Lagerhaltung.
Wenn du unsicher bist, empfehle ich dir die goldene Mitte:
Biete zum Start eine Auswahl von 20 bis 30 Tees an.
So deckst du verschiedene Teesorten ab und setzt in Frankreich auf das Erfolgstrio: Grüntee, Schwarztee und Kräutertee. Ergänze mit einem Weißen Tee, einem Oolong und ein oder zwei Rooibos.
Natürlich kannst du davon abweichen, wenn dein Konzept ein besonders kleines oder im Gegenteil ein riesiges Sortiment vorsieht.
Stell auf jeden Fall ein paar „Leitprodukte“ in den Vordergrund: zum Beispiel einen Signature-Tee, der dein Konzept widerspiegelt. Oder den „Tee des Monats“.
Und denk daran, deine Karte zu erneuern: Du wirst schnell merken, dass dein Erfolg auf einer kleinen Gruppe treuer Stammgäste beruht. Und die meisten Stammgäste lieben Neuheiten.
Du wirst sehr oft die Frage hören: „Was habt ihr Neues?“ Biete also sowohl neue Sorten als auch saisonale Tees an, um sie zu überraschen und ihr Interesse wachzuhalten.
Upselling: losen Tee verkaufen
Ich sage nicht, dass du deine ganze Karte in Beuteln oder Dosen à 100 Gramm verkaufen sollst. Aber warum nicht eine kleine Auswahl an verkaufsfertigen Produkten?
Du denkst vielleicht: „Wenn ich ihnen den losen Tee direkt verkaufe, warum sollten sie dann wieder in mein Teehaus kommen?“
Für mich ist das zu rational gedacht. Es ist ein bisschen wie im Restaurant. Zu Hause wäre es günstiger. Aber man geht nicht ins Teehaus oder ins Restaurant, um zu sparen. Man geht hin:
- Um auszugehen,
- Um unter Leute zu kommen,
- Um sich bedienen zu lassen,
- Um etwas Neues zu erleben,
- Und manche auch, um einem gesellschaftlichen Status zu entsprechen.
Dieser Vergleich gilt übrigens nur, solange die Kundschaft aus Einheimischen besteht.
Wenn du an einem touristischen Ort bist, hat deine Kundschaft gar nicht die Wahl zwischen zu Hause und deinem Geschäft. Touristen kaufen dir noch eher eine 100-Gramm-Dose als Souvenir ab (für sich selbst oder als Geschenk für ihre Liebsten).
Bonus: 4 Fehler, die du bei deinem Teehaus vermeiden solltest
Bevor du loslegst, hier ein paar klassische Fallen:
- Die Kosten unterschätzen. Plane immer ein Zusatzbudget für Unvorhergesehenes ein.
- Das Marketing vernachlässigen. Dein Teehaus kann großartig sein, aber wenn niemand davon weiß, funktioniert es nicht. Sei zum Beispiel auf einem sozialen Netzwerk aktiv, über das du mit deiner lokalen Kundschaft in Kontakt bleibst.
- Die Bedeutung eines klaren Konzepts unterschätzen. Zieh deine Vision konsequent durch. Wenn du dir ein Teehaus im viktorianischen Stil vorstellst, setz das Konzept bei Mobiliar, Musik, Karte, Geschirr und Kleidung um … Hab keine Angst, Persönlichkeit zu zeigen. Genau das unterscheidet dich und lässt den Gast in deine Welt eintauchen.
- Das Kundenerlebnis vergessen. Ein guter Tee ist wichtig. Aber Empfang, Atmosphäre und Service sind es genauso. Die Qualität deines Personals ist eine Voraussetzung für deinen Erfolg!
Wir haben einen ausführlichen Artikel über Fehler, die Teegeschäfte vermeiden sollten. Der dürfte dich interessieren, denn er gilt auch für Teehäuser.
Die wichtigsten Punkte vor dem Start im Überblick
Ein Teehaus zu eröffnen ist ein spannendes Abenteuer, erfordert aber eine gründliche Vorbereitung.
Mit einem einzigartigen Konzept, einem guten Standort, einem durchdachten Angebot und klar definierten finanziellen Zielen hast du alle Trümpfe in der Hand, um erfolgreich zu sein.
Und vergiss nicht: Bei Tee geht es vor allem ums Teilen und um Genuss. Du weißt, dass du auf dem richtigen Weg bist, wenn sich eine Gruppe von Stammgästen bildet. Mach dein Teehaus also zu einem Ort, an den die Leute immer wieder zurückkommen wollen.
Brauchst du Tipps bei der Teeauswahl? Melde dich gerne, dafür sind wir da! 😊


