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Wie rentabel ist ein Teeladen in Frankreich?

Wie rentabel ist ein Teeladen in Frankreich?

Ich kenne viele Inhaber von Teeläden, die neugierig sind, was jetzt kommt. Am meisten bringt dir das Folgende aber, wenn du gerade dein Gründungsprojekt aufbaust.

Worum geht es hier?

  • Den Umsatz eines Ladens in Frankreich,
  • Die Kosten des Ladens, inklusive Vergütung von Geschäftsführer, Angestellten und Eigentümer.

Wenn du alles über die Rentabilität eines Teeladens oder Teegeschäfts wissen willst, los geht’s …

Dieser Laden ist nicht dein Laden … es ist ein Beispiel

Was dir meiner Meinung nach hilft, ist ein realistischer Fall eines französischen Ladens mit folgenden Ausgangsannahmen:

  • Gelegen in einer mittelgroßen Stadt in Frankreich, zum Beispiel Dijon oder Tours,
  • Nicht in der belebtesten Einkaufsstraße, aber auch nicht abgelegen,
  • Beschäftigt seinen Eigentümer/Geschäftsführer (selbstständig) + eine Vollzeitkraft,
  • Ladenfläche: etwa 70 m2 bei einer Miete von 1900 € / Monat.

Denk beim Anblick dieser Zahlen nicht „so ist das bei allen Läden“. Ist es nicht.

  • Bist du in Paris, sieht dein Umsatz anders aus.
  • Du hast harte Konkurrenz 10 Meter weiter? Anderer Umsatz.
  • Dir gehört der Laden, aber du arbeitest nicht selbst darin? Dann brauchst du eine zusätzliche Arbeitskraft. Das wirkt sich auf dein Ergebnis aus, und auch die Art, wie du dich selbst bezahlst, ist eine andere.

Kurz gesagt: Es gibt nicht das eine Modell …

Die Gewinn- und Verlustrechnung eines Teeladens

Okay, so sieht das über ein Jahr aus:

Vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung eines Teeladens

Hinweis: Alle Beträge verstehen sich zzgl. MwSt.

In diesem Artikel möchte ich erklären, woher diese Zahlen kommen und wie man sie interpretiert.

Ich will dir also nicht einfach nur den „Gewinn“ eines Teeladens nennen. Denn:

  • Diese Zahl isoliert zu betrachten, ergibt keinen Sinn. Sie ist ein Ergebnis. Man muss also verstehen, woher dieses Ergebnis kommt,
  • Man muss auch wissen, wo die Vergütung des Geschäftsführers ins Spiel kommt. Ist der Geschäftsführer gleichzeitig Eigentümer, kann das auch die Rentabilitätsziele verändern. Das schauen wir uns ebenfalls an,
  • Und vor allem: Was meinen wir eigentlich mit Gewinn? Wenn du ein Ass in Buchhaltung bist, prima. Aber wenn nicht … was ist das überhaupt, Gewinn?

Was ist Gewinn?

Der Gewinn ist das, was übrig bleibt, wenn man vom Umsatz alle Kosten des Ladens abzieht. Man nennt ihn auch „Nettoergebnis“ oder „Reingewinn“.

Und wo bleibt die Rentabilität? Buchhalterisch müsste man zwischen Gewinn und Rentabilität unterscheiden. Für unsere heutige Analyse vereinfachen wir aber und verwenden beide Begriffe für dasselbe.

Das sieht man gut in der Tabelle oben:

Dieser Laden hat 190.000 € Umsatz erzielt und „nur“ 8.570 € Gewinn.

Die Differenz zwischen 190.000 € Umsatz und 8.570 € Ergebnis entsteht durch all die Kosten, die der Laden trägt. Und zu diesen Kosten zählt unter anderem die Vergütung des Geschäftsführers …

Die Vergütung von Geschäftsführer und Eigentümer des Teeladens?

Wie bezahlt sich also ein Geschäftsführer? Und der Eigentümer des Ladens?

Denn die beiden muss man klar unterscheiden:

  1. Der Geschäftsführer betreibt den Laden im Alltag. Er arbeitet dort, und seine Vergütung ist ein Kostenpunkt.
  1. Dem Eigentümer gehört der Laden, also die Marke, der Warenbestand usw. Er arbeitet nicht dort. Er bekommt daher keine Vergütung, sondern Dividenden, wenn das Geschäft rentabel ist.

In der Praxis sind die meisten Geschäftsführer unabhängiger Teeläden auch deren Eigentümer. In unserem Beispiel bezieht der Eigentümer/Geschäftsführer ein monatliches Gehalt, zu dem er noch Dividenden hinzufügen könnte, da das Nettoergebnis positiv ist.

Der Umsatz des Teeladens

Okay, jetzt analysieren wir die Zahlen des Ladens. Und wir fangen mit den Verkäufen an.

Woher kommen diese 190.000 € Umsatz zzgl. MwSt.?

Hier eine realistische Grundlage:

  • 65 % des Umsatzes kommen aus dem Teeverkauf (hauptsächlich loser Tee in Beuteln oder Dosen à 100 Gramm)
  • 20 % des Umsatzes aus dem Kaffeeverkauf. Falls dich das überrascht: Ich veröffentliche bald einen kleinen Artikel dazu.
  • 10 % mit Zubehör wie Tassen, Teelöffeln, Thermoskannen … Da gibt es nichts Überraschendes.
  • 5 % mit ergänzenden Produkten. Zugegeben, eine Art Sammelkategorie. Oft geht es um Öle, Schokolade, Räucherwerk usw.

Beachte: Je mehr dein Laden in Richtung Feinkostgeschäft geht, desto größer wird der Umsatzanteil dieser ergänzenden Artikel.

Wenn du mehr über die Umsatzberechnung dieses Ladens wissen willst, habe ich einen Artikel darüber, wie 1000 Stammkunden reichen, um einen Teeladen am Laufen zu halten.

Die Kosten des Teeladens

Die Einkaufskosten deines Ladens

Ausgehend von unseren Verkäufen leiten wir die Einkäufe ab:

  • 44.000 € Teeeinkauf (inklusive Etiketten und Verpackung). Grob gesagt multiplizierst du die Kosten mit 2,8, um auf den Verkaufspreis zu kommen. Wenn du mehr über die Margen eines unabhängigen Teeladens wissen willst, geht’s hier entlang.
  • 20.000 € Kaffeeeinkauf (inklusive Etiketten und Verpackung). Hier multiplizierst du mit 2. Das ist weniger als beim Tee, aber Kaffee ist eine perfekte zusätzliche Einnahmequelle.
  • 9.000 € Zubehöreinkauf. Mehr als „mal 2“ ist bei diesen Artikeln meist nicht drin. Beispiel: Eine Teekanne, die in deinem Laden für 29,90 € (diesmal inkl. MwSt.) verkauft wird, kaufst du für 12,50 € beim Lieferanten ein (zzgl. MwSt.).
  • 5.000 € Einkauf ergänzender Produkte. Das hängt natürlich davon ab, was du verkaufst. Margenstarke Produkte sind es aber selten. In unserem Beispiel rechnen wir mit x1,9.

Gehälter und Vergütung des Geschäftsführers im Teeladen

Damit der Laden läuft, braucht er Personal.

Hier haben wir aber Glück, denn der Geschäftsführer arbeitet Vollzeit im Laden. Er braucht also nur eine weitere Arbeitskraft, ebenfalls in Vollzeit.

Wie viel verdient die Angestellte oder der Angestellte im Laden?

In unserem Fall verdient die angestellte Person 1.900 € brutto / Monat. Das ergibt ein Nettogehalt von etwa 1.500 € vor Steuern.

Aber wie hoch sind die gesamten Lohnkosten für das Unternehmen?

Das ergibt Gesamtlohnkosten von etwa 2.100 € / Monat

Grob gesagt:

Bruttogehalt + Arbeitgeberanteile = Arbeitgeberbrutto
= Kosten, die der Arbeitgeber tatsächlich trägt

2.100 € Arbeitgeberbrutto über 12 Monate ergeben 24.600 € Kosten für das Unternehmen pro Jahr.

Wie viel verdient der Geschäftsführer des Ladens

Unser Geschäftsführer verdient hier 34.700 € im Jahr vor Abzug von Sozialabgaben und sonstigen Beiträgen.

Das ergibt eine Nettovergütung von etwa 24.100 € netto / Jahr,
also etwa 2.000 € netto / Monat.

Für eine genauere Berechnung empfehle ich dir wärmstens den Rechner der URSSAF (französische Sozialversicherung).

Die Abschreibungen

Abschreibungen. Ein Buchhaltungsbegriff, der Kopfschmerzen macht. Dabei ist es nicht kompliziert, man muss es nur gut erklären.

Ich versuche es also. Was ist eine Abschreibung in der Buchhaltung?

Bei der Abschreibung werden bestimmte getätigte Ausgaben auf mehrere Geschäftsjahre verteilt.

Aus rechtlichen Gründen darfst du diese Kosten (Ausgaben) nicht in einem einzigen Jahr ansetzen. Du verteilst die Ausgaben also auf mehrere Jahre.

Das betrifft in der Regel Güter, die lange im Unternehmen bleiben und deren Anschaffungskosten erheblich sind.

Beispiel: der Innenausbau und die Möbel, die für die Eröffnung des Ladens gekauft wurden.

Hier wurden dafür 30.000 € ausgegeben. Buchhalterisch passieren 2 Dinge:

  1. Du bezahlst die Arbeiten, und das wirkt sich auf deine Liquidität aus. Du hast -30.000 € auf dem Konto,
  2. In deiner Gewinn- und Verlustrechnung werden im ersten Jahr aber keine -30.000 € verbucht. Man schaut, über wie viele Jahre du diese Kosten abschreiben (verteilen) musst. Sagen wir in diesem Fall 10 Jahre. Okay, dann verbuchst du 10 Jahre lang jedes Jahr 3.000 € Abschreibung in deiner Gewinn- und Verlustrechnung.

Warum macht man das?

Weil dein Ausbau und deine Einrichtung dauerhaft im Unternehmen bleiben sollen. Das ist nicht wie eine Dienstleistung, die du verbrauchst.

In 10 Jahren sollen deine Möbel immer noch da sein. Also verteilt man ihre Kosten über die Zeit, auch wenn du sie auf einmal bezahlt hast. Alles klar?

Die Kreditzinsen

In unserem Beispiel gehe ich davon aus, dass unser Eigentümer/Geschäftsführer bei seiner Bank 40.000 € geliehen hat, zurückzuzahlen über 7 Jahre zu 3 % Zinsen (ja, er hat gut verhandelt ;-)).

Wofür wurde der Kredit verwendet?

  • Einen Anfangsbestand an Ware aufbauen,
  • Einen Teil des Ausbaus und der Einrichtung bei der Eröffnung bezahlen usw.

Aber warum stehen in der Tabelle nur 628 € Kreditrückzahlung?

Kurz gesagt: In der Gewinn- und Verlustrechnung werden nur die Zinsen und Versicherungskosten des Kredits verbucht. Die Tilgung des Kreditbetrags läuft über die Bilanz. Aber das ist eine andere Geschichte.

Die gezahlten Zinsen werden also als Kosten verbucht. Unser Eigentümer hat 40.000 € geliehen und muss über 7 Jahre insgesamt 44.396 € zurückzahlen.

Die zusätzlichen 4.396 € entsprechen 628 € / Jahr. Was zu beweisen war. Um die Gesamtkosten eines Kredits zu berechnen, empfehle ich dir diese Website.

Haben wir hier keine Kosten vergessen?

Stimmt, ich habe nicht alle denkbaren Kosten berücksichtigt.

Und zwar aus 2 Gründen:

  1. Ich will vereinfachen und das Wesentliche zeigen. Zum Beispiel habe ich keine Bestandsveränderung aufgenommen, weil das eher eine buchhalterische Behandlung ist und unsere Darstellung unnötig verkomplizieren würde,
  2. Ich kenne deine Situation nicht. Noch einmal: Wir haben hier ein Fallbeispiel analysiert. Das lässt sich nicht auf jedes Geschäft übertragen.

Fazit

Ein Teeladen:

  • Macht 190.000 € Umsatz zzgl. MwSt.,
  • Zahlt einem selbstständigen Geschäftsführer 34.700 € / Jahr. Auf den Monat gerechnet und nach Abzug der Sozialabgaben und Beiträge sind das 2.000 € netto / Monat,
  • Ist rentabel und erzielt ein Nettoergebnis von etwa 8.570 €, aus dem Dividenden an den Eigentümer des Ladens ausgeschüttet werden könnten.

Und zu den 190.000 € Umsatz und wie du die Rentabilität deines Betriebs sicherst, empfehle ich dir noch einmal meinen Artikel genau dazu: 1.000 Stammkunden reichen, um einen Teeladen am Laufen zu halten. Viel Spaß beim Lesen!

Dieser Artikel kommt von Made in Thé, deinem Tee Großhandel für Geschäftskunden: Tee, Matcha und Kräutertee lose, in Bio-Qualität und als Private Label.

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